Geschichte

Reise in die Geschichte

bild1Bild2Es war eigentlich ein normaler Schultag, der mit einer Deutschstunde begann. Nachdem wir alles Mögliche über Haupt- und Nebensätze gelernt hatten, ging es weiter mit Geschichte. Aber nicht mit einer normalen Geschichtsstunde, sondern mit einen Vortrag von Michél Kothe. Zuerst stellte er sich uns vor. Er war als Fußsoldat da. Und dann fing er auch schon an zu erzählen. Im Jahr 1812 war der Russlandfeldzug von Napoleon und im Jahr 1813 der Frühjahrsfeldzug gegen Napoleon. Am 2.Mai 1813 war die größte Schlacht des Frühjahrsfeldzuges. Es gab nur 3 Waffenarten: die Reiter, die Fußsoldaten und die Kanonenbediener. Und trotzdem gab es 33ooo Tote. Dann zeigte er uns eine "Waffe". Den Säbel. Nur das es von den Fußsoldaten nicht mehr als Waffe eingesetzt wurde. Nur noch die Reiter und Kanonenbediener benutzten ihn. Die Fußsoldaten nutzten den Säbel nur als "Schmuck". Dann gab er den Säbel sogar in der Klasse herum. Bild3Die Seiten der Waffe waren stumpf, also völlig ungefährlich. Während der Säbel gerade in der Klasse wanderte, erzählte er, dass die Fußsoldaten jeden Tag 30km laufen mussten mit 30kg Gepäck. Ich war ja schon mit dem Schulweg und meinem Ranzen überfordert. Als der Säbel wieder bei ihm ankam, zeigte er uns die Waffe, mit der die Fußsoldaten kämpften: das Gewehr. Das Gewehr war fast so groß wie Herr Kothe. Auch dieses ließ er in der Klasse wandern. Wie auch der Säbel, war das Gewehr nicht funktionstüchtig. Herr Kothe erklärte uns, dass die Patronenhülle aus Papier war. In der Patrone war Schwarzpulver und eine Kugel. Um die Kugel und das Schwarzpulver in das Gewehr zu bekommen, musste man die Patronenhülle aufbeißen. Weshalb sich ein paar Leute, die nicht zum Militär gehen wollten, die Zähne ausgeschlagen haben. So wurden sie unfähig und konnten nicht teilnehmen, zumindest nicht als Fußsoldat. Ich überlegte was besser war, ein Leben ohne Zähne oder im Militär zu schmerzvoll zu sterben. Ich entschied mich für das Leben ohne Zähne. Herr Kothe riss mich aus meinen Gedanken, indem er weiter erzählte. Das Gewehr ist nicht zuverlässig, denn wenn das Schwarzpulver nass oder feucht wird, funktioniert es nicht mehr. Aber auch wenn der Feuerstein zu klein ist, entsteht kein richtiger Funke. Außerdem konnte man mit dem Gewehr nicht zielen. "Ist das dann nicht komplett sinnlos?", war mein erster Gedanke. Nein, denn die Soldaten standen in Linien und zwar ungefähr 100 Soldaten nebeneinander. Außerdem waren zwischen den zwei kämpfenden Seiten nur
ca. 50 Meter Abstand. Das heißt, wenn ein Fußsoldat in die Mitte schoss, traf er auf jeden Fall einen Feind. Tat man einen Schuss, musste man nachladen.

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7aEin erfahrener Soldat brauchte dafür 20 bis 30 Sekunden. Ich hatte gedacht, dass sie höchstens 10 Sekunden brauchten, aber so schnell waren die Soldaten damals wohl doch nicht. Wenn man als Soldat einmal geschossen hatte, musste man hoffen, dass man nicht von der gegnerischen Seite getroffen wurde, denn es gab keine Schutzmöglichkeiten gegen Geschosse. Nur eine leichte Schutzmöglichkeit gegen den Säbel. Doch man konnte das Gewehr nicht nur als Gewehr benutzten, sondern auch als Schlaginstrument. Die Rückseite der Waffe eignete sich perfekt dafür. Auch konnte man auf das Gewehr eine Art Nadel auf die Spitze aufstecken. Nur das die "Nadel" unten dreieckig war und nach oben spitz wurde. Herr Kothe erklärte ausführlich, wie man den Feind mit dieser Spitze dann umbringen konnte. Man rammte die sie direkt in den Bauch. Wenn die Spitze lang genug war, schaute sie aus dem Rücken wieder heraus. Bei der Vorstellung davon, war ich froh nicht in dieser Zeit geboren worden zu sein. Wenn dann aber diese Nadel in dem Feind steckte, musste man das Gewehr wieder herausziehen. Und das machte man am besten, indem
man das Gewehr immer nach rechts und links herausdrehte. Nachdem
7Herr Kothe uns die zahlreichen Möglichkeiten genannt hatte umzukommen, erzählte er uns, dass Napoleon nach dem Russlandfeldzug kaum noch Soldaten hatte.
Deshalb nahm er immer jüngere Leute. Irgendwann war das Durchschnittsalter der Soldaten 14 bis 16 Jahre. Viele der Kinder/Jugendlichen wurden nie über 18. Für mich so unvorstellbar und ein weiterer Grund, weshalb ich froh war im Jahr 2001 geboren zu sein. Mit der Völkerschlacht ging es nun weiter. Sie war vom 14.Oktober bis zum 19.Oktober. 600000 Soldaten nahmen an der Schlacht teil und 100000 starben. Die Hälfte davon starb nicht in der Schlacht sondern an Hunger, Krankheiten und Kälte. Napoleon verlor diese Schlacht zusammen mit Sachsen, weshalb der sächsische König eingesperrt wurde, in einem Palast. Das nenne ich mal entspannt. Denn im Gegenteil dazu wurden die französischen Gefangenen auf dem Johannesfriedhof eingesperrt. Sie aßen Fleisch von toten Pferden. Jetzt schon ein schlimmer Gedanke. Aber, noch viel schlimmer, sie schnitten einen Pferdebauch auf, nahmen die Gedärme raus und schliefen darin. Bei dem Vortrag hatte ich echt Probleme, mein Frühstück im Magen zu behalten.
Weiter erzählte Herr Kothe uns von den Uniformen, die die Fußsoldaten trugen. Sie besaßen einen Frack, der auch heute noch angezogen wird. Außerdem trugen die Soldaten auch ein Halstuch, das damals einfach nur ein Zeichen für Reichtum und Attraktivität war. 8Sie besaßen eine graue Hose und Halbschuhe mit einer Holzsohle. Nur die Unteroffiziere trugen Stiefel. Damals gab es auch noch keinen linken und rechten Schuh, wie heute. Die Schulterklappen waren kein Zeichen für den Rang, sondern dienten nur zum Festmachen des Säbelbandes, Brotbeutels und der Patronentasche und der Trinktasche. Der Säbel war am Säbelband befestigt und oft hatten die Soldaten auch eine Schüssel (für Nahrung), Würfel und gepressten schwarzen Tee mit. Sie trugen außerdem eine Mantelrolle und ein Chaco, es diente zum Schutz vor Säbelhieben. Die Ausrüstung der Soldaten war immer gleich, nur die Farbe war anders. Während eines Marsches durften die Soldaten keinen Toilettengang machen, das heißt, alles ging in die Hose und meistens hatten die Soldaten nur eine Hose mit. Kein schöner Gedanke, vor allem wenn es mal ein großes Geschäft ist und dies dann alles in der Hose landet. Das muss auch extrem gestunken haben, denn die Soldaten hatten keine Möglichkeiten sich zu waschen.

10Und dann war der Vortrag auch schon zu Ende, die Zeit war extrem schnell vergangen. Aber es war wirklich sehr interessant. Nun ging es weiter in das Panometer. Wir fuhren erst mit der Straßenbahn und dann liefen wir. Wir bekamen eine nette Führerin. Zuerst erzählte sie draußen etwas über das Rundbild. Das Rundbild hatte eine eigene Musik, diese wurde extra dafür komponiert. Und der Künstler des Rundbildes reiste extra nach Frankreich, Hessen und Mecklenburg-Vorpommern. Yadegar Asisi machte dies, weil es ihm als Inspiration diente. Danach gingen wir nach drinnen. Unsere Führerin erzählte einige Sachen. Was mir neu war: Leipzig wurde schon 1806 von den Franzosen belagert. Leipzig hatte außerdem wichtige Fernhandelsstraßen. Die Via Imperii (Reichsstraße) und die Via Regia (Königsstraße). Ein berühmter Spruch war "Ohne Kaffee können wir nicht kämpfen!" Weiter ging es. In eine etwas düstere Abteilung mit dunklen Bücherregalen. Sie erzählte uns, dass Leipzig damals eine Buchstadt war. Die 1.Tageszeitung gab es hier, im Jahr 1650. Aus einem einfachen Grund: die Leipziger wollten wissen, was um sie herum passiert. 11Es gab damals
3 kluge und heute noch berühmte Personen der "Uni": Lessing, Goethe und Leibniz. Aber Leipzig war nicht nur eine Buchstadt, sondern auch eine Musikstadt, so ging es weiter zum nächsten Abteil. Eine wichtige Rolle spielte und spielt der Thomanerchor von Leipzig, aber auch Johann Sebastian Bach kam 1723 nach Leipzig. Raus aus der fröhlichen Musikecke, weiter in den Krieg. Genauer gesagt die Völkerschlacht. Viele Länder kämpften, gegen oder mit Napoleon. Österreich, Preußen, Russland und Deutschland waren gegen ihn. Doch ein paar Deutsche waren für ihn. So mussten Deutsche gegen Deutsche kämpfen. Um die Soldaten für den Krieg zu begeistern, gab es das "Eiserne Kreuz". Weiter erzählte die Führerin über den Code Civil. Napoleon selbst sagte, dass seine Schlachten vergessen werden, aber der Code Civil bestehen würde. Nach einer nicht all zulangen Führung durften wir uns das Panometer anschauen. Ganz unten fühlte ich mich klein, doch als ich die Treppen hinaufstieg, sah ich alles von einer höheren Perspektive. Überwältigt von diesem Kunstwerk lief ich zuerst zu jeder Seite, bis ich irgendwann lange bei jeder einzelnen Seite stand, um alle Details zu erkennen. Dort lagen tote Pferde und verletzte Menschen.

An einer anderen Stelle konnte man den "Matratzenmaler" sehen.

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Wo anders dafür einen Brand.
Aber etwas hat mich besonders berührt. Ein paar Menschen,
die auf einem Hausdach standen
und eine mit blutbeschmierte, weiße Friedensflagge in den Himmel hielten. Bei den ganzen Bildern überkam mich eine Trauer und Mitleid für die Menschen, die damals starben, aber auch für die Tiere, die sich ihr Schicksal nicht einmal aussuchen konnten.

Ich dachte darüber nach, wie froh ich sein konnte, nicht in der damaligen Zeit geboren worden zu sein.

Abschließend muss ich sagen, dass es ein sehr schöner Tag war, der mich zum Nachdenken gebracht hat und sehr lehrreich war.

Autorin: Natalie Jung aus der Klasse 8a

 

Ausflug in die KZ-Gedenkstätte Dachau

Am 23. Juni 2011 ging es für die Klasse 9c der Leibnizschule um 6.30 Uhr mit dem Bus Richtung KZ-Gedenkstätte Dachau in der Umgebung von München. Die Schüler waren durch den Unterricht schon auf das emotional schwierige Thema vorbereitet. Das Wetter war wie die Stimmung in der Gedenkstätte: grau und bedrückend. Nach dem Besuch des Museums, welches in einer wiederaufgebauten Baracke untergebracht ist, wurde das Gelände in Gruppen erkundet. Dort befinden sich heute auch die Versöhnungskirche zum Gedächtnis der Opfer des Nationalsozialismus und ein Mahnmal zum Gedenken der jüdischen Märtyrer aus den Jahren 1965 und 1967. Den erschütterndsten Eindruck hinterließ das zweite Krematorium in der Baracke X mit seinem "Brausebad" und den Verbrennungsöfen. Auch auf der Hin- und Rückfahrt beschäftigte sich die Klasse mit dem Holocaust, indem die Filme "Nackt unter Wölfen" und "Zug des Lebens" geschaut wurden.

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Autor: Klasse 9c 

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